06.01.2009 - 04:10 Uhr
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Das Mittelalter "zu leben" ist ein Hobby - und eine Philosophie !

Viele Aussenstehenden fragen sich - und uns -  immer wieder, warum wir uns die Arbeit machen an einem Freitag Nachmittag 2 - 3 Stunden unsere Ausrüstung mit Gewandung, Zelt, Feuerstelle, Waffen und Rüstung in unser Auto zu packen, dann vielleicht 3 Stunden zu einem Lager zu fahren und dort 2 Stunden mit dem Ausräumen und Aufbauen eines Lagers zu verbringen. Und Sonntag Abends das Ganze in umgekehrter Reihenfolge.
Der Grund ist eigentlich ganz einfach: die Zeit dazwischen ist Entspannung pur!
Es ist ein Schritt in eine andere Zeit, ohne Uhr, ohne Verpflichtungen, ohne geschäftsmäßige Hektik. In dieser Zeit findet für uns eine Rückbesinnung auf elementarere Dinge im Leben statt. Die Notwendigkeit, nach dem Aufstehen erst mal Feuer zu machen für´s Frühstück und nicht einfach die Kaffeemaschine einzuschalten. Keine Zeitung und kein Radio beim Frühstück, nur die Menschen um dich herum. Manche gut gelaunt, andere Frühstücksmuffel, die man am Besten erst mal nicht anspricht.
Klingt nicht besonders romantisch und ist es auch nicht. Aber wir haben viel Zeit für uns selbst und unsere Freunde, viel Zeit um sich mit den Menschen um uns herum zu beschäftigen.

Wir sind uns durchaus der Tatsache bewußt, daß das Mittelalter nicht "die gute alte Zeit" war. Es war eine harte Zeit, die den meisten Menschen alles abverlangt hat. Die Kindersterblichkeit war sehr hoch, ebenso das Risiko für die Frau, im Kindbett zu sterben. Viele sind frühzeitig an Krankheiten gestorben, die es heute nicht mehr gibt oder mit ein paar Pillen geheilt werden können. Andere sind durch harte körperliche Arbeit frühzeitig gealtert und mit 30 - 40 Jahren gestorben.
Nur wohlhabendere Menschen hatten damals die Chance auch nur annähernd so alt zu werden wie wir heute.

Wir möchten nicht wirklich in dieser Zeit leben, aber sie gibt uns die Möglichkeit unserer eigenen Zeit für ein paar Stunden oder Tage zu entfliehen und uns auf das Mensch-sein zu besinnen.

Bei unserer Darstellung geht es uns nicht darum, eine authentische Darstellung einer geschichtlichen Person zu sein, sondern möglichst realitätsnah Personen zu zeigen, wie sie damals gelebt haben könnten. Dabei sind wir uns auch der Tatsache bewusst, dass viele Dinge in der Darstellung damaliger Personen und Dinge auf Annahmen und Schlussfolgerungen beruhen.

 

Wir schreiben das Jahr 1275
Der Ritter Heinrich von Löwenstein und sein Weib Nimue von Löwenstein befinden sich auf der Reise von Irland zurück zu den Ländereien derer von Löwenstein.

Heinrich zog 1270 mit Ludwig IX von Frankreich zum Kreuzzug. Die Flotte der Kreuzfahrer landete in Nordafrika und belagerte Tunis. Als der König starb wurde das Unternehmen abgebrochen.
Heinrich begleitet seinen Waffengefährten Einar far Thon nach Irland und lernt dort dessen Schwester Nimue kennen.....

Es kommt, wie es kommen muss, Nimue und Heinrich finden zueinander. Nach der Hochzeit und einigen schönen Wochen kündigt sich Nachwuchs an...
So beschließen Nimue und Heinrich den Winter in Irland zu verbringen. Dort kommt auch ihre Tochter Anne Margherita zur Welt. Im Frühjahr reisen sie zurück ins Land Heinrichs.